Am 22. und 23. September fand der dritte Energyhack von Stromnetz Berlin und der Open Knowledge Foundation statt. Passend zum Wahlwochende lautete das Motto „Du hast die Wahl“. Wir haben uns sehr über euer großes Interesse gefreut und wollen an dieser Stelle allen die nicht dabei sein konnten einen Überblick geben was alles an dem Wochenende passierte und welche Projekte entstanden sind.

Ziel des Hackdays war es innerhalb von 24h mit offenen Daten aus dem Energiesektor kreative Projekte umzusetzen, um die Gesellschaft stärker für die Themen Strom-, Energienetze und Energiewende zu sensibilisieren und Anwendungen für diese Bereiche zu entwickeln. Nach den erfolgreichen Energyhacks 2013 und 2015 fand die diesjährige Veranstaltung im Kontext des Forschungsprojekts WindNODE statt. Dadurch hatten wir die Chance weitere Betriebe der Daseinsvorsorge wie die Berliner Wasserbetriebe als Unterstützer und Bereitsteller von offenen Daten zu gewinnen.

Mit dem Infralab Berlin auf dem EUREF-Campus hatten wir den perfekten Ort für die Veranstaltung. So boten der Campus, das Micro Smart Grid und das Gasometer vielfältige Möglichkeiten die Energiewende live zu erleben.

Hackday Infralab mit Auswahl an Hackathon-Spielzeug

Kick-Off und Impulse

Auf der Auftaktveranstaltung am Freitagnachmittag hatten wir die Gelegenheit Energie- und Datenexperten, Entwicklerinnen und Forscher an einen Tisch zu bringen. Bei zwei Paneldiskussionen wurden Fragen von Datennutzung und Datenschutz aber auch innovative Ansätze zur Energienutzung in der Stadt von morgen diskutiert. Dabei kam immer wieder heraus, wie wichtig, zum Beispiel im Umgang mit Lastspitzen, der übergreifende Informationsaustausch zwischen Produzenten, Verbraucher, Netzbetreiber und Behörden ist. Offene Standards und Daten spielen den Expertinnen zufolge dabei eine Schlüsselrolle.

Hackday

Panel 1: Thomas Schäfer (SNB), Nadine Evers (OKFDE), Frederick Richter Stiftung Datenschutz und Kathrin Goldammer RLI Auf dem zweiten Panel waren Markus Abel (4cast), Lars Zimmermann, Benjamin Horn (Berlin Partner) und Claudia Rathfux (Stromnetz Berlin) zu Gast. Das die Energie- aber auch Technologiebranche oft ihr Potenzial noch nicht ausschöpft, machte Gabriele Schambach während Ihres Inputs zur mangelnden Vielfalt in beiden Sektoren eindrücklich sichtbar. Erlebbare Sektorenkopplung ermöglichte Frau Schambach am späten Freitagabend, als sie im Rahmen des Vernetzungstreffens Energiebranche, Forscherinnen und Entwicklerinnen zusammenbrachte.

Hackday Vernetzungstreffen

Zum Auftakt des Hackathon um 18 Uhr füllte sich das InfraLab noch einmal deutlich. Neben Stromnetz Berlin und SmartB stellten diesmal u. a. auch Schneider Electric, 4cast, die Berliner Wasserbetriebe und die extra angereisten Netze Baden-Württemberg Daten vor und in das extra in Betrieb genommene WindNODE-Datenportal ein. Vom eScooter-Verleih COUP und SmartB konnten die Teilnehmerinnen außerdem die API nutzen.

Strombärchen Smarte Strombärchen

restart

Nach dem gelungenen Auftakt ging es am Samstag mit den Pitches der Projekte weiter. Wer wollte, konnte im Laufe des Tages an Workshops rund um Arduinos und LoRaWaN der Technologie Stiftung teilnehmen oder sein smartes Strombärchen, dass alle Teilnehmerinnen als Bausatz bekamen, zusammen löten. Dazu gab es die Möglichkeit das Motto „Du hast die Wahl!“ im Bereich der Elektromobilität mit Fahrrad, eScooter oder Auto zu erleben. Neben einer Präsentation des autonomen Putzroboters von Enway konnte man sich außerdem das Micro Smart Grid oder das Gasometer zeigen lassen.

Projekte und Preise

Trotz der vielfältigen Ablenkungen arbeiteten die Teilnehmerinnen konzentriert an über zwölf tollen Projekten. Darunter auch einige von den Jugendlichen Teilnehmern, die unter anderem ein Bobbycar mit Arduino gesteuerten Hupe und Blinkeranlage ausrüsteten.

Jugendtrack

Der Jury bestehend aus Saadya Windauer (OKFDE), Markus Graebig (WindNODE) und Thomas Schäfer (Stromnetz Berlin) fiel es so auch schwer Favoriten zu küren. Passend zum Thema gewannen die Teams Führungen durchs Berliner Stromnetz, das Heizkraftwerk in Mitte, ein Klärwerk und Gutscheine für eRoller von COUP sowie Gadgets vom Feinstaubsensor, Solarstrom-Laderegler bis zu Calliopes und LoRaWaN-Shields.

Am Ende setzen sich folgende Projekte in den Kategorien Netze, Energy, Infrastruktur und Mobilität durch:

Gewinner Energy Team Strombär

„Strombär“ (Kategorie: Energy) Mit der Kopplung und Wiedergabe von aktuellen Stromproduktions- und Verbrauchsdaten mit und auf dem großen Strombären.

Gewinner Netze Team EnergyDiversity

„EnergyDiversity“ (Kategorie: Netze) Das Projekt versucht offene Daten zu nutzen um dem Verbraucher z.B. an Ladesäulen für Elektroautos Informationen über die Quellen und Preise des Stroms zu geben.

Gewinner Mobilität Team EVCount

„EVCount“ (Kategorie: Mobilität) Wie viele Ladesäulen brauchen wir? Welche Anforderungen gibt es ans Stromnetz, wenn 50% der derzeitigen Parkplätze mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet werden müssen?

Gewinner Infrastruktur Tursics Hattrick

„Abwasser as a Service“ (Kategorie: Infrastruktur) Wie funktioniert ein Abwasserpumpwerk und welche Energie wird dabei verbraucht? Das können auch Kinder verstehen, wie hier deutlich gezeigt wurde.

Eine Übersicht zu allen Projekten findet ihr hier im Hackdash. Wir laden die Teams ein, aktuelle Weiterentwicklungen dort zu dokumentieren. Von einigen Teams wissen wir bereits, dass sie weiter an ihren Projekten arbeiten. Wir hoffen euch in einem Jahr beim nächsten Event wieder zu sehen. Die Erfahrungen aus den letzten Hackdays zeigen, dass die weiterhin nutzbaren offenen Daten den Teilnehmerinnen ermöglichen ein nachhaltiges Projekt zu entwickeln. Mit den verlosten Freifunkroutern und LoRaWaN-Shields kann darüber hinaus die Open Data Community mit verwandten Gemeinschaften zusammenwachsen.

30.000.- Euro für die Weiterentwicklung von Projekten

Im Rahmen von WindNode wollen wir noch zwei weitere Community Events rund um offene Energiedaten in den nächsten Jahren durchführen. Um coole Projekte zwischen den Veranstaltungen von der Idee auf dem Hackathon zum fertigen Prototypen und funktionierenden Demonstrator entwickeln zu können, hat Stromnetz Berlin im Rahmen von WindNODE ein Budget von 30.000 Euro geplant. Wir werden in den nächsten Wochen einzelne Projekte mit nachhaltigen Potenzial für die Energiewende ansprechen und darüber ins Gespräch kommen, was ihr braucht, um euer Projekt fertig zu stellen. Damit wollen wir den Hackday-Effekt abschwächen und fördern das langfristig tolle offene Softwareprojekte umgesetzt werden.

Danke an die Unterstützer

FloraPowerMate

Magic Board Besonderen Dank auch an Alexander Zalesov für sein cooles Magic Board und weitere Lichtinstallationen.

Danke auch an Dora und Nicco für die Kinderbetreuung, die super zeigte, dass Kinder noch mehr einbezogen werden sollten. Und vielen, herzlichen Dank an die TeilnehmerInnen und Helferinnen welche diese wunderbaren zwei Tage ermöglicht haben.

Wir freuen uns auf den nächsten Energyhack bzw. kommende Veranstaltung im Rahmen des WindNODE-Projektes.

Alle Fotos vom Energyhack „Du hast die Wahl“ kann man sich hier anschauen. Dankeschön an unseren Fotografen, Leonard Wolf für die schönen Bilder. Ihr könnt euch auch bereits jetzt auf das Video von Christian Fussenegger freuen.